Sexismus? Ist heute!

ASF Allgemein

Die CDU hat einen Sexismusskandal. Das ist eine Überraschung! Groß die Häme in den Medien,  #CDUlala wird sich sicher noch lange halten und als Platzhalter für eine verfehlte Frauenförderung und, schlimmer noch, für ein Frauenbild stehen, das von gestern scheint.

Vor Jahren hatten wir einen Sexismusskandal in der FDP und machen wir uns nichts vor, ein Frauenbild, das nicht auf Gleichberechtigung fußt, findet man in unserer Gesellschaft noch immer weit verbreitet.

Wir als ASF haben ein wenig gelächelt, als die CDU in Hamburg vor Jahren, und zwar inklusive dem Großteil der CDU-Frauen, beschloss, keine Quotierung in der Partei einzuführen. Und heute? Wird festgestellt, dass sich freiwillig nichts bewegt hat zugunsten der Frauen, dass die meisten Positionen noch immer von Männern besetzt sind, wenn sie Macht bedeuten. Die Erkenntnis liest sich wie ein Deja-Vu, und das konnte man bereits erleben, als es um die Erstreitung der Quote in der Wirtschaft ging. Freiwillige Selbstverpflichtung führt zu keinen Ergebnissen, weil der Verzicht auf einen attraktiven Posten für einen Mann bedeutet, er kann ihn selber nicht ausüben. Da ist es vorbei mit der selbstlosen Solidarität.

Was ist unsere Antwort als SPD? Wir haben die Quote in der Besetzung der Gremien, wir haben den Reissverschluss , mindestens aber eine Quote bei der Aufstellung von Wahllisten.

Und wir haben die Quote für die Wirtschaft gefordert und durchgebracht durch die Koalitionsverhandlungen, und die zeigt Wirkung! Freiwillig bewegt sich eben nichts, oder?

Mich freut besonders, dass wir hier in Hamburg gerade zwei weibliche Kandidatinnen haben, die sich in zwei sechs Wahlkreisen für ein Bundestagsmandat bewerben. Das ist noch nicht 50%, aber immerhin schon mal 33,3%.

Und noch besser wäre es, wenn die Nominierungsverfahren dazu führen, dass die beiden sich durchsetzen und wir mit ihnen in den Bundeswahlkampf ziehen können. Wir brauchen Frauen, um Fraueninteressen durchzusetzen und wir brauchen Frauen, um die Sicht der Frauen in der politischen Arbeit und in den Meinungsfindungsprozessen zu berücksichtigen.

Hier wird sich für uns als SPD zeigen, wieweit Männer zugunsten des Gesamtergebnisses zurück treten, um im Bundestag möglichst gleichberechtigt als Fraktion aufgestellt zu sein. Und auch, wieweit Frauen die Frauen solidarisch unterstützen. Ja, auch bei uns ist es ein Kampf, gerade wenn es um die Spitzenpositionen in unserer Partei geht, die nur männlich oder nur weiblich besetzt werden können. Den wollen wir gerne annehmen, denn an Qualifikation fehlt es unseren Frauen wahrlich nicht!

Aber schön wäre es, wenn eine Partei erkennt, dass Gleichberechtigung von den Wählerinnen und Wählern eingefordert wird, weil sie Gerechtigkeit wiederspiegelt. Und sich das in Stimmen niederschlägt. Und Gerichtigkeit und im gleichen Atemzug Quotierung könnte man als Partei als Errungenschaft immer wieder betonen.

Das zu tun, ist nicht nur Aufgabe der ASF, sondern Aufgabe der Gesamtpartei.

Seht her, wir haben tolle Frauen und fördern sie! Wir haben tolle Frauen und sind stolz auf sie! Wir haben tolle Frauen, und die machen gute Politik für dieses Land. Deshalb solltet Ihr uns wählen. Weil das für Gerechtigkeit steht, die ernst gemeint ist und gelebt wird. Solidarisch. Und selbstlos.

Das wäre doch etwas, oder?