Schlamperei

ASF Allgemein

Da ist er, der verbale Skandal. Wer war gemeint? Die Frau, die sich ins Bild rückt, um mit einem Prominenten abgebildet zu werden? Oder nach Wikipedia anerkennend unter homosexuellen Männern gebräuchlich, die Schlampe, also der Mitarbeiter? Hm…

Bei Schlampe jedenfalls sträuben sich bei mir instinktiv die Nackenhaare, denn als Schlampe bezeichnet zu werden erniedrigt. Im Kopf, man wird abgewertet. Und wer immer es jemals gegen eine Frau sagen sollte, wertet die Frau ansich ab. Und dagegen sollten wir Frauen uns zur Wehr setzen. Ob in Musikvideos, auf der Straße, zu Hause oder im Bus. Wir dürfen sein wie wir wollen, und haben die gleichen Rechte. Niemand darf über uns urteilen, über unsere Art zu sein, zu reden, zu denken, uns zu bewegen, uns zu kleiden, what ever.

Und wer jemals eine Frau als Schlampe bezeichnet, disqualifiziert sich selbst.

Und ich gehe jedenfalls davon aus, dass kein Sozialdemokrat so eine große Schere im Kopf hat, und so ein Wort im Zusammenhang mit einer Schülerin auch nur denkt. Geschweige denn formuliert. Denn dann wäre derjenige nicht würdig, als Sozialdemokrat diese stolze Partei mit ihren klugen Frauen zu vertreten.

Daher, aus gegebenem Anlass, als Zitat zum Nachlesen aus Wikipedia zur Bedeutung des Wortes Schlampe, zum Nachlesen und sich weiterbilden, kann ja nicht schaden…
„Schlampe bezeichnet umgangssprachlich abwertend eine „unordentliche, in ihrem Äußeren nachlässige und ungepflegte weibliche Person; schlampige Frau“ sowie eine Frau, „deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“.Mit Schlamper oder Schlunz existieren auch Begriffe mit ähnlicher Bedeutung für eine unordentliche auch männliche Person, die aber weitaus weniger geläufig sind und ohne sexuellen Kontext verwendet werden.

Das Wort „Schlampe“ basiert auf der Wortfamilie „schlampen“ (Verb), „Schlamperei“, „Schlampigkeit“ (Substantiv) und „schlampig“ (Adjektiv). Damit wird eine flüchtig, unordentlich geleistete Arbeit, auch eine nachlässig gepflegte Person oder ein unordentliches Umfeld bezeichnet. Bereits im Deutschen Wörterbuch von 1899 steht, dass „die schlampe (..) eigentlich der schlotternde, unordentlich herabhängende weiberrock (ist)“ und „dann übertragen auf die personen: nachlässig gekleidet, unordentlich, schmutzig einhergehen, auch faul, nachlässig, müszig, mit schleppendem gange einher gehen, lüderlich sich herum treiben: den ganzen tag im hause, auf der strasze herumschlampen“.

Pierer’s Universal-Lexikon nannte 1859 neben „eine in Kleidung u. Betragen liederliche Weibsperson“ die Bedeutungen in der Jägersprache Geschlampe für eine Nahrung aus Brot und Wasser für Jagdhunde sowie eine „unreinlich zubereitete kraftlose Speise“.Ferner handelte es sich um einen Fachbegriff in der Spiritusfabrikation. Ebenso führt das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm auf: „schlampe und schlämpe, auch schlempe geschrieben, dünnbreiiges futter für kühe, schweine, hunde, dann verächtlich von einem für menschen bestimmten schlechten breie, einer dünnen, kraftlosen suppe, auch von fadem kaffee und schlechtem biere. […] schlampe, eine dicke hundssuppe von brod und wasser eingerühret. […] schlempe, rückstand beim branntweinbrennen, als viehfutter benutzt.“

Das etymologische Wörterbuch nach Pfeiffer stellt fest, dass Schlampe für eine ‘unordentliche, nachlässige, ungepflegte Frau’ im 17. Jahrhundert gebildet wurde, zu dem Verb schlampen ‘lose und nachlässig herabhängen, (um den Körper) schlenkern’. Im 15. Jahrhundert bedeutete im Frühneuhochdeutschen schlampen ‘schlaff herabhängen’. Sowohl Substantiv wie auch Verb „gehören zu einer vor allem in den Mundarten verbreiteten und semantisch weiterentwickelten Wortgruppe“, wie „schlampen ‘nachlässig gehen, sich herumtreiben, gierig und geräuschvoll essen’, Schlamp ‘Schleppe (am Kleid), Schwelgerei, Gelage, nachlässiger, ungepflegter Mensch’.“ Des Weiteren ist ein Zusammenhang mit Schlamm und eine „Rückführung auf ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter Lappen genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, die hier, wie auch in schlafen, schlaff, schlapp […], mit anlautendem s- auftritt“ wahrscheinlich.

Der Duden nennt als Synonyme „(mitteldeutsch und norddeutsch salopp abwertend) Schlunze; (landschaftlich) Schluse, Vettel, Zottel; (landschaftlich abwertend) Lusche, Schlampampe; (landschaftlich umgangssprachlich abwertend) Ruschel; (landschaftlich, besonders süddeutsch) Stranze; (landschaftlich veraltend) Strunze“.

Literarisch verwendet wurde die Figur Frau Schlampampe in zwei Satiren von Christian Reuter, das daraufhin zu einem geflügelten Wort wurde.

Verwendung in sexueller Konnotation

Ursprünglich hatte dieses Schimpfwort keine sexuelle Konnotation, sondern bezog sich hauptsächlich auf die Haushaltsführung, das Verhalten oder das äußerliche Erscheinungsbild einer Frau. Abgeleitet davon gab es bezüglich der ungeordneten Lebensweise eine Bedeutungserweiterung Richtung eines ungeordneten Liebeslebens und damit einer vermuteten Promiskuität. So wurde etwa schon in Wörterbüchern Anfang der 1900er Jahre Schlampe als „nachlässige, indolente Weibsperson, meist auch sittlich anrüchig“ bezeichnet.

Auch in der heutigen Umgangssprache, wie auch in der Jugendsprache, wird es für eine Frau bzw. ein Mädchen mit einem realen oder angenommenen promiskuitiven Lebenswandel genutzt. Analog wird hier neben „Nutte“ auch das gleichbedeutende englische „bitch“ oder „slut“ genutzt. Insbesondere auch unter gleichaltrigen Mädchen wird es zur Rufschädigung als starkes Schimpfwort für Mädchen oder Frauen, die nicht den sexuellen Normvorstellungen entsprechen, verwendet; währenddessen kritisiert wird, dass es dazu kein männliches Pendant gibt. Nach Haeberle werden auch heute noch häufig wechselnde Sexualpartner bei Frauen und Männern unterschiedlich beurteilt, was als Anzeichen eines patriarchalischen Gesellschaftssystems gilt.

Der Begriff „Schlampe“ wird auch unter homosexuellen Männern genutzt und hier durchaus auch anerkennend gebraucht. Analog zu Wörtern wie Queer, lesbisch und schwul haben sich seit 1999 im deutschsprachigen Raum überwiegend homosexuelle Frauen, welche in nichtmonogamen Beziehungen leben (Polyamory), den Begriff angeeignet und eine politische Plattform, die „Schlampagne“, gegründet, welche das Wort selbstbewusst als Geusenwort verwendet. Dies entspricht der Verwendung des Wortes „slut“ in der angloamerikanischen Polyamory-Subkultur. Aufgrund den durch Vergewaltigungsmythen resultierenden Victim blaming entwickelten sich 2011 von Kanada aus international organisierte Slutwalks.

In der öffentlichen Wahrnehmung trugen zudem Lieder wie Schlampenfieber (1992) und Die Schlampen sind müde (1997) des Gesangsduos Rosenstolz oder die Namensgebung von Künstlern wie den Fabulösen Thekenschlampen zum Prozess einer semantischen Erweiterung und differenzierteren Sichtweise bei. In deren Liedern finden sich in Bezug auf Schlampe keine eindeutigen Festlegungen zum Geschlecht in Form sexueller Orientierung.“

aus: Wikipedia