Reißverschluss statt Haken und Ösen!

ASF Allgemein

Für den 18. November 2017 haben wir als ASF auf unserem Landesparteitag einen Antrag zur Einführung des „Reißverschlussverfahrens“ – also die abwechselnde Aufstellung von weiblichen und männlichen KandidatInnen für die Aufstellung von Wahllisten – gestellt.
Für alle, die sich jetzt verwundert die Augen reiben, weil wir bei der Bundestagswahl doch eine Liste hatten, die abwechselnd mit Frau-Mann-Frau-Mann aufgestellt war: Genau, hatten wir. Aber für die Aufstellung der Listen bei Bezirkswahlen und der Bürgerschaftswahlen schreibt die Hamburger Landessatzung andere Verfahren vor.

Das wollen wir gern anders beschließen lassen! Ein Reißverschlussverfahren ist transparent, kann nicht falsch ausgelegt werden (weil einfach zu verstehen) und führt nachweislich zu mehr Frauen in den Parlamenten. Wie peinlich ist es, wenn der Anteil der Frauen im deutschen Bundestag wie jetzt aktuell auf 30,7% sinkt! Das liegt nachweislich nicht an der SPD, aber dass Frauen in den Parlamenten gleichberechtigt vertreten sein sollten, muss ein zentrales Anliegen einer Partei sein. Gerade auch dann, wenn diese Partei seit 150 Jahren die Geschlechtergerechtigkeit voran treibt wie die SPD. Dies wird durch die Aufstellung der KandidatInnen im Reißverschlussverfahren nicht nur intern sichergestellt, sondern ist auch für die Wähler*innen nach außen ein sichtbares Zeichen von gelebter Geschlechtergerechtigkeit.

Wer jetzt sagt, das wäre organisatorisch nicht möglich, es gäbe nicht genug Frauen für die Listen und es müssen ja auch noch alle Kreise bei der Aufstellung der Listen berücksichtigt werden, gibt uns als ASF das stärkste Argument in die Hand, das für die Einführung des Reißverschlussverfahrens spricht:
Frauen stehen bereit, wenn die Partei und die politische Arbeit attraktiv sind und sie gezielt angesprochen und gefördert werden. Und Geschlechtergerechtigung ist ein höheres Gut als die Ortsansässigkeit.

Wenn nicht genug Frauen für die Listen gefunden werden, dann heißt das im Umkehrschluss nur, dass wir als Partei attraktiver werden müssen. Und da hilft die ASF dann gern, wenn es darum geht, Strategien dafür zu entwickeln und auf die Frauen zuzugehen. Z.B. mit Mentoringprogrammen, an denen Frauen hochmotiviert und begeistert teilnehmen, weil man sie bestärkt, sich da einzubringen, wo sie ihre Talente haben.

Wir haben über 3800 Frauen in der Hamburger SPD, ich bin sicher, wir schaffen es, die Listen damit zu füllen. Denn Frauen gestalten gern, und das kann man in den Parlamenten besonders gut.

Daumen hoch also für den Reißverschluss und nur Mut, Frauen und Kreisproporz sind bestimmt vereinbar! Und das könnt Ihr glauben, denn Frauen sind Spezialistinnen bei der Vereinbarkeit!  😉

So, unseren Antrag wollen wir Euch natürlich auch nicht vorenthalten: 20171118Reissverschluss